Trauerbild Ingrid Wancura-Kampik

Wir nehmen Abschied von Dr. med. Ingrid Wancura-Kampik

Mit großer Trauer haben wir vom Tod von Dr. med. Ingrid Wancura-Kampik erfahren, die am 30. Juli 2026 verstorben ist.

Mit Ingrid Wancura-Kampik verliert die deutschsprachige Akupunkturmedizin eine ihrer herausragendsten Persönlichkeiten. Als Begründerin der Segment-Akupunktur hat sie die ärztliche Akupunktur nachhaltig geprägt und ein Lebenswerk hinterlassen, das bis heute Generationen von Ärztinnen und Ärzten beeinflusst.

Nach ihrem Medizinstudium und der Promotion in Wien widmete sie sich bereits seit den 1960er-Jahren der Segmentlehre und der Akupunktur. Mehrjährige Studienaufenthalte an der Universität für Traditionelle Chinesische Medizin in Peking, das Studium nach dem regulären Curriculum für chinesische Ärzte, das Ablegen der chinesischen Sprachprüfung sowie ihre klinische Tätigkeit in chinesischen Akupunkturambulanzen ermöglichten ihr einen außergewöhnlich tiefen Einblick in die chinesische Medizin. Dieses Wissen brachte sie nach Europa und verband es in einzigartiger Weise mit naturwissenschaftlichen, neurophysiologischen, neuroanatomischen und psychosomatischen Erkenntnissen. Damit schuf sie eine wissenschaftlich fundierte Interpretation der Akupunktur, die bis heute Maßstäbe setzt.

Als Lehrbeauftragte der Universität Wien, international gefragte Referentin und Autorin zahlreicher Fachpublikationen und Standardwerke genoss sie weit über den deutschsprachigen Raum hinaus hohes Ansehen – auch in China. Für ihr herausragendes Lebenswerk und ihre westliche naturwissenschaftliche und psychosomatische Interpretation der Akupunktur wurde sie 1998 von der DÄGfA mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet.

Mit der ÄfA – Ärzt:innen für Akupunktur – verbindet die DÄGfA seit vielen Jahrzehnten eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit. Diese wurde insbesondere durch Ingrid Wancura-Kampik und Georg König geprägt. Der wissenschaftliche Austausch, die Zusammenarbeit in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur sowie die vielen persönlichen Begegnungen haben unsere Gesellschaften über Jahrzehnte miteinander verbunden.

Mit Ingrid Wancura-Kampik verlieren wir nicht nur eine geschätzte Kollegin und Wegbegleiterin, sondern eine außergewöhnliche Ärztin, Forscherin und Lehrerin. Ihr Wirken wird die Akupunkturmedizin weit über ihre Lebenszeit hinaus prägen.

Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrem Ehemann Dr. Bernhard Kampik sowie allen Freunden und Wegbegleitern.

Wir werden Dr. med. Ingrid Wancura-Kampik ein ehrendes Andenken bewahren.

Ein ausführlicher Nachruf auf ihr Leben und Wirken erscheint in einer der nächsten Ausgabe der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur (DZA).