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Geschichte der DÄGfA

Jochen_Gleditsch

von

Dr. med. Jochen Gleditsch
Ehrenpräsident der DÄGfA

 

Gegründet 1951 durch Gerhard Bachmann und Kollegen, ist die DÄGfA eine der ältesten Akupunkturgesellschaften der westlichen Welt. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war geprägt von pragmatischem Handeln – auch in der Medizin. Damals war die Neuraltherapie nach Huneke sehr verbreitet: Viele Ärzte erlebten, wie mittels bloßer Lokalanästhesie-Injektion spontane Fernwirkungen als „Sekundenphänomen“ auftraten. So waren viele Praktiker offen für neue Therapieerfahrungen. In Frankreich hatte damals – über Indochina (heute Vietnam) – die Akupunktur bei vielen Ärzten Eingang gefunden. De la Fuye – Militärarzt – war der Pionier der Akupunktur in Europa, der damals deutsche Kollegen nach Paris zur Ausbildung einlud. Dr. Gerhard Bachmann reiste mehrfach mit den ersten Getreuen dorthin und hielt seit 1951 selbst Seminare in seiner Praxis in München. Internationale Kongresse – in Paris (1952), auch in München (1954) – belebten die Verbindung und weckten das Interesse an der damals einsetzenden Schmerzforschung. Diese konnte mit neuen Erkenntnissen aufwarten: Gate-Control-Theorie (Melzack/Wall), Endorphine (Han Jisheng, Pomeranz), Schmerzmodulation etc. 

 Podium_DAeGfA

Großes Interesse an der Akupunktur entwickelte sich Anfang der 1970er-Jahre, als durch Sportwettkämpfe erste Verbindungen mit China geknüpft wurden. Begeistert berichteten westliche Journalisten über Operationen unter reiner Nadel-Analgesie. Die Akupunkteure in Europa versuchten das Gleiche: In Wien wurden 1972 von Bischko Tonsillektomien schmerzfrei unter reiner Nadelanalgesie durchgeführt (Di 4-Lu 11 Dauerstimulation), ohne Lokalanästhesie und ohne Prämedikation! Dank Herget, Anaesthesist in der Uni Gießen, wurde eine kombinierte Methode entwickelt und an einigen deutschen Kliniken bis in die 1980er-Jahre bei Herz-Lungen-Operationen mit Erfolg eingesetzt: Einleitung westlich (medikamentös sowie Intubation); dann – ohne weitere Medikamente – elektrostimulierte Nadel-Analgesie über Stunden. Mehr als 3.000 derartige Operationen sind dokumentiert.

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Da in den ersten 20 Jahren des DÄGfA-Bestehens keine Originalliteratur über Akupunktur verfügbar war, wurden in der DÄGfA viele Erkenntnisse selbst erarbeitet bzw. aus der Elektroakupunktur nach Voll übernommen. Nogier, Inaugurator der Ohrakupunktur, hielt schon in den frühen 1950er-Jahren auf Einladung von G. Bachmann Kurse für unsere Gesellschaft. Als erster DÄGfA-Präsident (bis zu seinem Tod 1967) setzte Bachmann sich dafür ein, dass die unterschiedlichen Erfahrungen erprobt, erforscht und gelehrt wurden unter Einbeziehen auch der psychosomatischen und geistigen Aspekte. Höhepunkte bildeten internationale Kongresse, so das 25-jährige DÄGfA-Jubiläum 1976, das Rolf v. Leitner (Präsident 1970-1979) in der Berliner Kongresshalle organisierte. Fortbildungen wurden zweimal jährlich in Freudenstadt abgehalten im Rahmen der Tagung des ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren), dem die DÄGfA beitrat.

AkupunkturpuppenInzwischen war China für Studienaufenthalte offen; 1977 reiste eine 20-köpfige DÄGfA-Delegation erstmalig nach China und brachte neue Erkenntnisse, so auch in der adjuvanten Drogentherapie, heim. In China ausgebildete Dozenten, allen voran Ingrid Wancura und Georg König aus Wien, begeisterten die Kursisten durch ihre Art, Akupunktur in einer dem westlichen Verständnis nahe liegenden Weise zu vermitteln. Seit Mitte der 1980er-Jahre tagt die DÄGfA jährlich in der Akademie der Ärztekammer Hessen in Bad Nauheim, zuerst organisiert von der damaligen, engagierten Leiterin des Fortbildungszentrums Ruth Schmitz-Harbauer. Seit Ende der 1980er-Jahre ist die DÄGfA mit Seminaren und Referaten auch an der Medizinischen Woche in Baden-Baden beteiligt. Weitere Höhepunkte wurden die von der Ehrenpräsidentin und Generalsekretärin des ICMART, Frau Dr. med. W. Maric-Oehler, an der Uni Mainz gestalteten Symposien „Akupunktur und Universität“. Namhafte Schmerzforscher sowie Referenten aus China, USA, Japan, England, Frankreich, Finnland bereicherten schon damals wie heute diverse Kongresse und Symposien der DÄGfA. Die Mitgliedschaft der DÄGfA in der Dachorganisation ICMART (International Council of Medical Acupuncture and Related Techniques) brachte viele weitere Kontakte mit Akupunkturfreunden weltweit und Beteiligung an internationalen Kongressen. 

AkupunkturpuppeDas 40-jährige DÄGfA-Jubiläum 1991 – an der Münchner Uni begangen – wurde ein besonderes Ereignis, weil erstmalig mehr als 100 Akupunkturfreunde aus den östlichen Nachbarländern teilnahmen. Mit der Hochschule für TCM in Fuzhou besteht seit einem Studienaufenthalt eines DÄGfA-Teams 1988 eine enge Verbindung. Die Fakultät versuchte als eine der ersten in China das Gemeinsame und Ergänzende östlicher und westlicher Medizin zu erforschen. Das Lehrgebäude der TCM wurde in den Jahren immer tiefer durchdrungen und mit vielen Sonderkursen – einschließlich der Chinesischen Arzneimitteltherapie CAT – im DÄGfA-Programm angeboten.

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Gleichermaßen haben auch die somatotopischen Mikrosysteme – MAPS (Aurikulotherapie, YNSA, NPSO-Siener, Mundakupunktur etc.) ein besonderes Gewicht in der Ausbildung dank der engen Verbindung der DÄGfA mit den Pionieren Nogier, Yamamoto und Gleditsch. Die jährlich stattfindenden Münchner Aku-Tage mit Gastdozenten der Harvard Universität vermitteln eine integrative Akupunktur, welche die Stärken der traditionell chinesischen Akupunktur, japanischen Akupunktur (Kiiko-Style), der Mikrosystemakupunktur und Triggerpunktakupunktur auf den Punkt und den Dialog mit dem Körper in den Vordergrund bringt.

Das 50-jährige Bestehen der DÄGfA 2001 wurde gemeinsam mit der Gesellschaft DGfAN – unseren Freunden aus Zeiten der DDR – in Berlin gefeiert und zu einem internationalen Highlight. Am 18. November 2011 feierte die DÄGfA ihren 60. Geburtstag in München.

 
Jubiläum 60 Jahre DAeGfA

Die DÄGfA hat rund 8.400 Mitglieder sowie einen aktiven „Stamm“ von 40 erfahrenen Dozenten, weiteren 30 Tutoren sowie 85 Qualitätszirkel-Leitern. Im „European Council of Doctors for Plurality in Medicine“ (ECPM) ist die DÄGfA seit Jahrzehnten aktiv; ebenso wie bei Verhandlungen mit den verschiedenen Gremien der Ärztekammern und Krankenkassen.

Die organisatorische Arbeit leistet das Team des Fortbildungszentrums im DÄGfA-eigenen Haus in München, aktuell unter der Leitung von Sabine Schierl und Klaus Trinczek. Im Haus gibt es zudem einen Fortbildungsraum, der regelmäßig für Kurse verwendet wird.

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Kursraum_DAeGfA

Kursraum_DAeGfA

Das DÄGfA-Wissenschaftszentrum berät bei der Planung bis zur Durchführung von Akupunkturstudien und vergibt auch Forschungsaufträge. Daraus sind bereits mehrere bedeutsame Promotionen, Publikationen und Forschungsresultate entstanden. So soll die Akupunkturweiterentwicklung sowie das Verständnis für ihre Wirkwege und ihre Evidenz verbessert werden.

Von Anfang an gilt in der DÄGfA das Bestreben, die Akupunktur wissenschaftlich zu erforschen, zur offiziellen Anerkennung zu bringen sowie eine fundierte Ausbildung zu vermitteln – und das in respektvoller Offenheit und gegenseitiger Ergänzung der unterschiedlichen ost-westlichen Erfahrungen und Sichtweisen. 


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