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Geschichte der Akupunktur im Westen

Die Entwicklung der Akupunktur in der westlichen Welt beginnt im 17. Jahrhundert. Der Begriff Akupunktur ist eine zu dieser Zeit von Europäern vollzogene Wortbildung (acus = Nadel, pungere = stechen). Aus dieser Zeit stammen erste Berichte Chinareisender, welche größtenteils Jesuitenmissionare und Diplomaten waren. Eine erste medizinische Schrift „Specimen medicinae sinicae, sive opuscula medica ad mentem sinensium“ stammt von A. Cleyer (1682, Frankfurt). Anwendungen der Akupunktur werden vorwiegend aus Frankreich aus der Mitte des 18. Jahrhunderts berichtet. Lange blieb die Akupunktur dabei aber noch in den Händen zweifelhafter Therapeuten.

Kopf_AkupunkturpuppeFranz Hübotter habilitierte 1929 in Leipzig über „Geschichte und Grundlagen der chinesischen Medizin“. Der französische Diplomat Soulie de Mourant lebte fast 20 Jahre in China, studierte und praktizierte chinesische Medizin. Er übersetzte einige chinesische Werke, und nach der Veröffentlichung des Buchs „L‘acupuncture chinoise” begannen sich auch in England, Italien, Deutschland, der UdSSR, Österreich und der Schweiz Gruppen zusammenzuschließen, die diese Methode praktizierten und erforschten. Wissenschaftliche Erklärungsversuche gingen einher mit der Gründung erster Akupunkturgesellschaften in Europa Mitte des 20. Jahrhunderts. In Deutschland wurde 1951 von Gerhard Bachmann, Heribert Schmidt und Georg König u.a. die erste „Gesellschaft für Akupunktur“ gegründet, die später in „Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur – DÄGfA“ umbenannt wurde. Seit dieser Zeit wurde die Akupunktur im Westen immer weiterentwickelt. So beschrieb Nogier als erster die Systematik der Ohrakupunktur (Deutsche Zeitschrift für Akupunktur, 1957). Die Öffnung Chinas ermöglichte auch westlichen Ärzten eine Akupunkturausbildung in China (z.B. Wancura 1975/76).

OhrakupunkturDie wissenschaftliche Erforschung der Akupunktur begann ca. 1970 im Westen, und bald war der Nachweis der Endorphinfreisetzung als ein Wirkmechanismus der Akupunktur erbracht. Nixons Chinareise 1972 rückte die Akupunktur weiter in den Blickpunkt des wissenschaftlichen Interesses. Klinische Forschungen folgten (Herget, Kampik, Bischko u.a.). Die zunehmende Evidenz und klinische Erfahrungen führten ab 1974 zur Einrichtung universitärer Akupunkturvorlesungen, zunächst an der Universität Gießen (Herget), kurze Zeit später auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München, LMZ (G. Kampik, J. Gleditsch).

Auch das Interesse an Akupunktur und chinesischer Medizin in der Öffentlichkeit stieg stetig weiter. 1996 wurden die 2 Gebührenpositionen für Akupunktur (269 und 269a) in die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) aufgenommen. Ein Meilenstein in der internationalen Anerkennung der Akupunktur war die NIH Konsensus Konferenz 1997 in Maryland (National Institutes of Health, USA), in der man konstatierte, dass die Akupunktur eine wissenschaftliche Grundlage, sowohl physiologisch als auch klinisch, besitzt und zu weiterer Erforschung aufgerufen wurde. In Deutschland initiierte das Bundesforschungsministerium zuvor große Forschungsprojekte zur Akupunktur. Im Rahmen der Modellprojekte der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) folgten dann die weltweit größten Akupunkturstudien.

Die erste Habilitationsschrift der Humanmedizin zur Akupunktur wurde 2006 an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) verabschiedet (Irnich). Inhaltlich hat die Akupunktur seit 1950 im Westen wesentliche Weiterentwicklungen erfahren. Die systematische Beschreibung weiterer Mikrosysteme und die Entwicklung der Triggerpunktakupunktur auf moderner funktionell-anatomischer Basis stellen die größten anerkannten Fortschritte dar.

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